St. Antonius-Kapelle (Plättig) - Adenauers „Urlaubskapelle“

Geschichte

Die kleine Kapelle neben dem Kurhaus Plättig, in einer Wiese am Waldrand idyllisch gelegen, ist eine Stiftung und Gründung der Familien Weis und Habich, insbesonders des Erbauers des Plättighotels, Joseph Weis. Nach mündlicher Überlieferung hat er 1897 die Kapelle erbauen lassen. Die Nachfolger im Hotelbesitz haben die Erhaltung der Kapelle als ehrenhafte Verpflichtung angesehen.

Nach dem 2. Weltkrieg, als ab den 50er Jahren immer mehr Touristen die Schwarzwaldhochstraße entdeckten, drängten sich sonntags die Gläubigen in und um die kleine Kapelle. Zu diesen Gottesdienst-besuchern gehörte oft auch der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik, Dr. Konrad Adenauer, der sich das Schlosshotel „Bühlerhöhe“ als Urlaubs- und Erholungsort ausgesucht hatte.

Pfarrer Rudolf Hemberger (ab 1953) knüpfte wertvolle Verbindungen zu Konrad Adenauer und trug ihm wohl auch die Sorgen um das kleine Gotteshaus vor. Aber trotz der prominenten Unterstützung durch den Bundeskanzler stimmte man in Freiburg den Plänen der Pfarrei Herrenwies nicht zu, die Kapelle durch einen Windfang-Vorbau und den Anbau einer kleinen Sakristei für 50.000 DM zu erweitern. Immerhin führten die Bemühungen Adenauers dazu, dass man bei der Antoniuskapelle von da an auch als „Adenauer-Kapelle“ sprach.

Kapelle St. Antonius, Plättig

Kapelle St. Antonius, Plättig

Was gibt es zu entdecken?

Über dem Eingang ist ein Mosaikbild zu sehen, das den Heiligen Antonius mit dem Jesuskind zeigt. Eingerahmt ist das Bild durch die Inschrift: Gerufen oder ungerufen, der Herrgott ist immer da“ Den Altar schmücken die Statuen „Herz Jesu“ und „Herz Mariä“. Viele Jahre war die Kapelle im Besitz der Grundig-Stiftung. Seit die Besitzverhältnisse der Hotels „Plättig“ und „Bühlerhöhe“ ab 2011 ungeklärt sind, ist die Kapelle leider geschlossen, und ihr baulicher Zustand lässt zu wünschen übrig.

Unternehmungen

Wer auf dem großen Parkplatz bei der Bühlerhöhe parkt und die Schwarzwaldhochstraße zu Fuß überquert, kommt auf dem Weg zum Luchspfad und dem Wildpfad an der „Antoniuskapelle“  vorbei und kann dort auf einer Messingtafel die Geschichte der Kapelle erfahren, aber leider keinen Blick mehr ins Innere der Kapelle werfen oder darin zum Gebet oder zum Ausruhen verweilen.